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Musical 2007: Anatevka

 

 

Inhalt des Musicals „Anatevka“

 

Das auf einer jiddischen Erzählung des ausgehenden 19. Jahrhunderts basierende Musical beginnt mit einer kratzigen Geigenmelodie und den Worten des Milchmanns Tevje: „Ein Geiger auf dem Dach ... verrückt nicht wahr? In unserer kleinen Stadt ist jeder ein Geiger auf dem Dach, der eine unauffällige, einfache Melodie zu spielen versucht, um nicht im gewaltigen Strom des Lebens unterzugehen. Das ist bei Gott! nicht leicht. Nun werden Sie natürlich fragen, warum wir hier bleiben, wenn das Leben doch so gefährlich ist ... wir bleiben, weil Anatevka unsere Heimat ist! Wie wir hier überleben können? Ich sag' s mit einem einzigen Wort: Tradition!“

 

Tevje ist ein das Leben lächelnd ertragendes Individuum, ein typischer Vertreter der Welt des ostjüdischen SchtetIs, dem wenig gegeben, aber alles genommen wird. Eine ausgelassene Hora eröffnet die Handlung.

In Tevjes Haus bereiten seine fünf unverheirateten Töchter und seine Frau Golde das kommende Sabbathfest vor. Der HeiratsvermittIer Yente platzt in die Gesellschaft, um Golde die Werbung des Metzgers Lazar Wolf, eines reichen, verwitweten Mannes mittleren Alters zu überbringen. Er bittet um die Hand der ältesten Tochter Tzeitel. Golde ist erfreut aber dennoch besorgt, denn Tzeitel liebt den armen Schneider Motel. Die jungen Leute machen Front gegen die Tradition, dass der Vater den Schwiegersohn aussucht. Beeindruckt von der Willensstärke der beiden jungen Leute gibt Tevje nach. So gut er und Golde es können, richten sie ein Fest aus. Zaristische Russen stören die Hochzeit, zerschlagen das gesamte Inventar und belästigen die Gäste. Der Schreck sitzt tief, Tevje versteht die Welt nicht mehr.

 

Zwei Monate später rebellieren die Russen gegen ihren brutalen Zaren.

Der Student Perchik will sich den Kämpfern anschließen. Bevor er Anatevka verlässt, bittet er Hodel, die zweitälteste Tochter, seine Frau zu werden. Tevje ist es unmöglich, gegen diese Pläne zu sein.

Wenig später platzt die Nachricht ins Schtetl, dass Perchik gefangen genommen und nach Sibirien verbannt worden ist. Hodel beschließt ihm zu folgen und ihn fern der Heimat zu heiraten. Für ihren Vater bricht eine Welt zusammen, aber er lässt sie ziehen.

 

Ein dritter mächtiger Schlag trifft die Familie: Chava hat sich in einen christlich erzogenen Russen verliebt und will ihn heiraten.

Schließlich gerät Anatevka in den Strudel der Pogrome. Die jüdischen Familien haben das Städtchen innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Tevje weiß, dass jeder Widerstand unweigerlich in den Tod führt. Den Kummer um den Verlust der Heimat teilt er mit seinen Mitbürgern, doch in ihm keimt Hoffnung. Er wird sich mit dem Rest seiner Familie ein schöneres und geruhsameres Leben in Amerika aufbauen.

Der Geiger auf dem Dach spielt seine traurige Melodie. Tevje winkt ihn zu sich. Mit dem Instrument unter dem Arm folgt er Tevje in eine ungewisse Zukunft.

 

 

In Vorfreude auf einen schönen, gemeinsamen Musicalabend

Karl-Heinz Morell

Hilda-Gymnasium Pforzheim,
im Oktober 2006

 

 

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Vorstellung:
(für eine größere Darstellung bitte auf die Bilder klicken)

 

Filmstreifen zu Anatevka

 

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